Nachdem das Team vom Jazz Sommer im Bayerischen Hof den Auftritt von Abdullah Ibrahim (Foto) beim Eröffnungskonzert bereits in der vergangenen Woche absagen musste, erreichte uns nun die bestürzende Nachricht von seinem Tod. „Die bereits mit seinem Namen gedruckten Programmhefte erinnern uns an das Vermächtnis der südafrikanischen Jazz-Legende und Anti-Apartheid-Ikone“, heißt es in einem Statement der Veranstalter. Mit seinem universalen musikalischen Manifest der Menschlichkeit hätte Abdullah Ibrahim sehr gut zum Motto des diesjährigen Jazz Sommers gepasst: „What the World needs now“.
Die Welt trauert um einen großartigen Musiker und gesellschaftlichen Visionär, der seine letzten Lebensjahre übrigens im Chiemgau verbrachte. An seine Stelle im Musikprogramm rückt nun ein anderer großer musikalischer Vermittler zwischen den Kulturen. Alfredo Rodriguez kommt am 28. Juli mit seinem Trio. Er setzt als bislang jüngster die lange Traditionslinie kubanischer Jazzpiano-Stars fort. Wie seine Vorgänger hat auch er für die internationale Karriere sein Heimatland verlassen müssen. Rodriguez wurde von niemand Geringerem als Quincy Jones entdeckt. Mit dessen Hilfe kam er im Alter von 24 Jahren auch in die USA.
Zu einem der populärsten Jazzmusiker wurde er vor allem durch seine von herausragender Spieltechnik und überwältigender Musikalität getragene Fähigkeit, nahezu jeden Song, von Beethoven bis zu den Beatles und von „Guantanamera“ bis „Giant Steps“, in seinen eigenen, fulminanten Latin-Jazz zu verwandeln. Seine Konzerte sind ebenso unterhaltsam wie hoch emotional. Mit dieser Kraft, Kulturen und Menschen zu verbinden, passt auch er perfekt zum Motto des Jazz Sommers 2026.

