Knapp vier Monate bleiben ihr noch, um die Fanfaren für ihr bald erscheinendes Album tönen zu
lassen. Mit „Opera is Alive“ veröffentlicht die Starnberger Rapperin GG Soprano im kommenden
Januar ihre erste LP. Beim Pre-Listening-Event in den msm-studios traf MCoM Franziska Mörtl alias GG Soprano zum Interview. Die gelernte Opernsängerin sprach über die Idee hinter ihrem ersten Album, wie es ist, als junge Künstlerin auf Social Media unterwegs zu sein und wie ihre Musik mit München
zusammenhängt.
GG Soprano im Gespräch mit Lisa Nehrkorn
MCoM: Letztes Jahr erschien mit „Ouvertüre“ deine erste EP. Nun hatten deine Gäste die
Gelegenheit, dein erstes Album „Opera is Alive“ in 3D-Audio im Studio anzuhören. Für alle, die
dich vielleicht noch nicht kennen: Wer ist GG Soprano und wie kann man sich deinen HipHopKlassik-Sound vorstellen?
GG Soprano: Mein Sound bildet ein eigenes Klanguniversum zwischen Oper, Rap und Pop ab. Er
ist ein ganz eigenes Genre, das nach meiner Intuition und meinen Wünschen funktioniert. Und ein
Gesamtkonzept – mitsamt Outfits, meinem Auftreten selbst und der Musik natürlich.
Dein neues Album erscheint im Januar 2027. Was erwartet uns?
Eine persönliche Transformationsgeschichte, die eigentlich – so glaube ich – jeder von uns im
Leben einmal durchläuft. Auch wenn nicht jeder diese Wendungen zur gleichen Zeit erlebt, glaube
ich, dass jeder irgendwann mal eine Transformation durchmacht, herausfindet, dass irgendetwas
auf einmal nicht mehr passt. Ich musste also einen Prozess anstoßen, zurück zur Mitte, zu mir finden. Genau davon erzähle ich auf meinem Album – auf meine Weise. Dabei ist es ist mir sehr wichtig, dass man sich Zeit für Musik nimmt, weil wir uns momentan mit TikTok und Co. zu wenig Zeit für Qualität nehmen und die Sachen, die wir eigentlich lieben.
Was ist dir beim Musikmachen wichtig?
Das Handwerk. Dass man sich dazu erziehen muss, aufs nächste Level zu kommen. Mir geht es
außerdem darum, dass Inhalte von Herzen kommen, dass sie original und originell sind. Und dass
man den Mut hat, zu polarisieren – nicht der Absicht halber, aber dass etwas kontrovers und
andersartig sein darf.

„Mir geht es darum, dass Inhalte original und originell sind.“
– GG Soprano, Musikerin
Du bist in deinen Zwanzigern, weiblich, hast eine hohe Sichtbarkeit in den sozialen Medien, wo dir
leider manchmal auch Hate-Kommentare begegnen. Wie ist die Erfahrung als junger Act für dich?
Ich nenne nie mein genaues Alter, sondern immer nur ungefähr. Ich finde es wichtig, dass man nie
für sein Alter kategorisiert wird. Wir haben dann ganz oft Bilder im Kopf: Dann und dann mache
ich die Schule fertig, dann mein Studium – wie im Bilderbuch halt. Aber man muss die Zwanziger
auch als Zeit des Ausprobierens nutzen. Ich erlebe oft, wie sich Menschen stark vergleichen, sowohl in der Musik als auch im persönlichen Leben. Jeder hat „seine Zeit“, seine Bühne, sodass man sich davon überhaupt nicht verrückt machen lassen sollte.
Als Frau wiederum merke ich, dass ich mich gefunden habe, die Suche aber eigentlich täglich
fortsetze. Es ist immer ein Unterschied, sich selbst zu finden und sich selbst zu optimieren.
Viele Leute haben mir gesagt, ich solle mich ändern. Man kann nur gewinnen, wenn man dann bei
der Sache bleibt und sich sagt: Jetzt erst recht. Genau das habe ich quasi im letzten Jahr getan.
Millionen Aufrufe in den Socials kamen von Leuten, die sagten, dies und das sei scheiße oder
schlimmere Sachen. Und das steht gut für diesen Prozess, sich nicht aus der Spur bringen zu
lassen.
Du bist Münchner Künstlerin und stammst vom Starnberger See. Welche Rolle spielt die Region
für deine Arbeit?
Ich habe 2022 in der local community Münchens angefangen, zu rappen, habe meine ersten
eigenen Texte geschrieben, bin zu Writing Sessions gegangen. Als Kind habe ich im Kinderchor
der Staatsoper gesungen, habe in München Geige gelernt und hatte auch an der Hochschule
Unterricht. Hier ging der Weg für mich also los und deswegen kehre ich immer gern zurück. Mein Start,
meine Community hat sich hier geformt. Ich bin gerne weg, aber genauso gerne wieder zurück.
Ich mag meine Heimat. Dennoch fühle ich mich nicht als lokale Künstlerin, auch nicht als bayerische, sogar nicht mal als deutsche. Ich fühle mich vom Mindset her eher international. Damit meine ich auch die Art meiner Inszenierungen oder, wie gewisse Sachen laufen. Da gibt es bei mir keine Grenzen, das würde mich nur innerlich beschränken.

