Die Sportfreunde Stiller kommen aus dem Feiern kaum mehr heraus. Vergangenes Wochenende gaben sie ein umjubeltes Konzert in der ausverkauften Olympiahalle. Nun können sie sich über ein filmisches Denkmal freuen. Zum Abschluss des DOK.fest München feiert der Dokumentarfilm „Sportfreunde Stiller – Mit dem Herz in der Hand“ über die drei Lokalmatadoren Peter Brugger, Rüdiger Linhof und Flo Weber am 18. Mai Weltpremiere im Münchner City-Kino. Um 19.30 Uhr geht’s los, die Band ist selbstverständlich persönlich anwesend. Die Vorstellung ist allerdings bereits ausverkauft. Insofern müssen sich die Fans noch etwas gedulden. Ab 28. Mai ist die Doku auch in der ARD-Mediathek verfügbar.
Regisseur Thorsten Berrar hat die drei Musiker bei Proben und Aufnahmen zu ihrem neuen Album „Happy birthday!“ (VÖ: 12. Juni 2026) in Spanien, bei Konzerten auf und hinter der Bühne und in privaten Momenten begleitet. Nach 30 Jahren stehen sie an einem Wendepunkt: Erstmals produzieren sie ein Album selbst, ohne große Plattenfirma, und planten gleichzeitig ihr Jubiläumsjahr. Der Film erzählt ihren Weg von der Münchner Vorstadt über die WM-Hymne von 2006 und „MTV Unplugged in New York“ bis heute.
Interview zum Dokumentarfilm

Die Sportfreunde Stiller sprachen in einem Interview auch über die Dreharbeiten und das Jubiläumsjahr der Band. Das wollen wir euch nicht vorenthalten:
Ihr feiert dieses Jahr euer 30-jähriges Bandjubiläum. Was war für euch jeweils der magischste Moment eurer Karriere?
Der magischste Moment ist die Erkenntnis, dass wir seit dreißig Jahren unserer Leidenschaft nachgehen können und wollen. In diesen Dekaden häufen sich die zauberhaften Momente. Ob Konzerte, die vor Energie und emotionalem Überschwang unvergesslich bleiben, Album-Produktionen an sehr besonderen Orten oder Reisen jeglicher Couleur im Verbund der Freundschaft mit Crew und coolen Leuten, ob Feierlichkeiten im Namen der Musik, skurrile Aufeinandertreffen mit bedeutenden Persönlichkeiten oder einfach die Befriedigung, wenn Gitarre, Bass und Schlagzeug eine Eins spielen, nach der die Bude wackelt – alles magisch!
Eure Konzerte sind bekannt für das kollektive Mitsingen der Fans. Wie wichtig sind diese Gemeinschaftsmomente eurer Meinung nach in Zeiten von Social Media und KI?
Eine Umarmung ist tröstlicher als jedes KI-Filmchen. Ein Blick in die Augen sorgt für mehr Verständnis als der Blick auf die Mattscheibe. Ein analoges „Highfive“ nach gerissenen Witzen ist unschlagbar. Eine von Gitarre und Bass geföhnte Frisur sitzt länger und cooler, als jeder TikTok-Haarschnitt dies vermag. Das eigene Leben soll gelebt werden, also bitte keine Zeit vergeuden mit dem Verfolgen von den Leben anderer. Und dazu müssen wir in Kontakt treten, hinaus schreiten, über die eigenen Tellerränder blicken, uns spüren. Wir dürfen die Kraft der Zusammenkunft samt den positiven Effekten in diesen Zeiten nie verlieren. Denn in diesen Räumen entsteht Akzeptanz, Verständnis, Emotion wie Empathie und fördert das demokratische Miteinander. Dies zu ermöglichen ist nicht nur Aufgabe der Kultur.
„Rückkehr an alte Wirkungsstätten war speziell“
Was waren interessante Begegnungen, lustige Momente beim Filmdreh und habt ihr neue Erkenntnisse gewonnen?
Dieser Dreh mit der ständigen Rückschau auf uns als Band, aber auch als Personen war mehr als interessant. Jeder von uns traf dabei auf alte Weggefährten, die indirekt die Laufbahn beeinflussten oder den Startschuss mitgestalteten, wenn auch nicht auf musikalischer Ebene. Das war so schön wie lehrreich, denn es zeigt, wie unterschiedlich sich Lebenswege gestalten, fördert Demut und Weitblick neben des aufregenden Musikerdaseins. Inhaltlich auch äußerst spannend, wie wir als einzelne Bandmitglieder auf diverse, neuralgische Punkte im Bandbestehen blicken und dies gemeinsam diskutieren. Und die Rückkehr an alte Wirkungsstätten war speziell und emotional.
Weshalb sollten sich die Fans die Doku ansehen – was erfahren sie (exklusiv) über euch?
Die Doku gibt einen sehr speziellen Einblick in unsere Dynamik als Band und in unser Verständnis, wie wir uns in der Musikwelt bewegen wollen. Sie offenbart unser Geheimnis der Band-Chemie und die unverwüstliche Erkenntnis, dass Humor die größte Waffe in vielen Kämpfen ist. Exklusiv: Rüde ist Freiheitskämpfer. Peter ist Eishockeyspieler. Flo ist erfolgloser Brettspielerfinder.
Fotos: ARD Pressekit

