Was für ein Schock! Szenegastronom Jürgen Franke, der 1990 den Substanz Club in München zusammen mit Frank Bergmeyer (Strom) gegründet hat, ist diese Woche leider verstorben. Viele Jahre lang hat unser Autor Alex Wulkow zusammen mit Amadeus Danesitz (Mitinitiator von Munich – City of Music, 2021 von uns gegangen) und Jürgen Franke in der Kultkneipe beim KVR wunderbare Mottopartys im Fasching auf die Beine gestellt. Nun bleibt die Erinnerung an unvergessliche Nächte, runde Geburtstagsfeiern, wilde Kicker-Sessions und einige schöne Konzerte auf der kleinen, aber substanziellen Bühne. Danke, dass du das alles möglich gemacht hast, Jürgen!
Auch die „Vollstrecker“ vom Substanz-Team, die das Lokal seit ein paar Jahren führen, zeigten sich in einem Statement betroffen: „Mit schwerem Herzen müssen wir Euch mitteilen, dass einer der Gründer – unser Jürgen Franke – von uns gegangen ist. Jürgen hat dem Substanz über 30 Jahre eine Seele gegeben. Im März 1990 hat er diesen Laden aufgesperrt und daraus ein Zuhause für Nachtschwärmer, Musiker, Neugierige, Rocker, Newcomer, Verrückte und Freunde gemacht. Ehrlich und wild – wie er auch war – einer von der alten Schule. Geradeaus, mit großem Herz und immer einem Spruch auf den Lippen. Die Nächte werden leiser ohne Dich.“
36 Jahre Substanz Club

Das Substanz zählt mit über 35 Jahren auf der Uhr zu den Dauerbrennern im Münchner Nachtleben. Schon bei der Eröffnung am 10. März 1990 sorgte das Lokal für Schlagzeilen: „Illegale Punkkneipe gegenüber dem KVR eröffnet“ titelte die Süddeutsche. Der Liveclub bot vielen legendären Bands in ihren Anfangstagen Auftrittsmöglichkeiten, so z.B. den Screaming Trees, den Sportfreunden Stiller, Urge Overkill, Therapy, Wilco, Monster Magnet oder The Charlatans. Anwohnerbeschwerden führten aber dazu, dass über die Jahre immer weniger Livekonzerte dort stattfanden. Dafür wurde das Substanz immer mehr zu einer Brutstätte für Poetry Slams.
Heute sieht man sich selbst als „südlichste deutsche Hafenkneipe und nördlichste Pizzeria Italiens“. Neben Bier, Schnaps und Co fürs leibliche Wohl wird hier nämlich auch der Steinofen aufgeheizt, damit kein Magen knurren muss. Was das Programm angeht, gibt es wie gesagt weniger Konzerte, dafür aber beliebte Events wie das Munich Music Quiz, Porno Karaoke, Lesungen und diverse DJ-Nächte. Damit das Tanzen im Subs-tanz auch ja nicht zu kurz kommt …

