Die Probleme des Einzelhandels machen auch vor Musikgeschäften nicht Halt. Das Münchner Traditionshaus Hieber Lindberg steht vor einer ungewissen Zukunft, wie kürzlich bekannt wurde. Die Inhaber der renommierten Anlaufstelle für Musikerinnen und Musiker mussten nun ein Insolvenzverfahren einleiten. Laut Insolvenzverwalter Max Liebig soll der Betrieb aber vorerst weiterlaufen: Die mehr als 40 Mitarbeitenden sind bis Ende Juni durch eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung abgesichert. Sein erklärtes Ziel ist klar: Ein Investor soll gefunden werden, um die Zukunft dieser festen Größe der Münchner Musikszene zu sichern. Liebig und sein Team verschaffen sich derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.
Hieber Lindberg blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. Das heutige Unternehmen entstand 2006 aus dem Zusammenschluss der Traditionshäuser Hieber am Dom und Ernst Lindberg. Die Wurzeln reichen jedoch deutlich weiter zurück – bis ins Jahr 1884. Über Generationen hinweg war das Musikhaus eine feste Adresse für Musikerinnen und Musiker in der Stadt. Doch wie viele stationäre Händler steht auch Hieber Lindberg unter Druck: Hohe Mietkosten und ein verändertes Kaufverhalten – Stichwort Online-Shopping – setzen dem klassischen Einzelhandel zunehmend zu. Selbst der Umzug in kleinere Räume im Sommer 2025 konnte diese Entwicklung offenbar nicht aufhalten. Dabei ist das Angebot nach wie vor breit und reicht von Instrumenten aller Art über DJ-Equipment bis hin zu Noten. Ergänzt wird das Ganze durch einen eigenen Online-Shop.
Ob es gelingt, diesen „Leuchtturm“ der Münchner Musiklandschaft zu erhalten, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

