Der Münchner Produzent und DJ Christian Prommer lässt wieder was von sich hören. „Rhythmique Nocturne“ heißt sein neues Album, das auf Compost-Records-Boden gewachsen und diese Woche erschienen ist. Musikalisch bewegen sich die elf Tracks zwischen tiefgründigem Deep House, Jazz, Balearic Trip-Hop und hypnotischen Rhythmus-Experimenten. Ein Muss für Fans von St. Germain, Floating Points und raffinierten Grooves in allen Tempi. Beim ersten Reinhören hat sich die „Black Mamba“ gleich im Gehörgang festgebissen. Viel Wärme und Jazzkeller-Feeling geht auch von der Collab „I am falling (falling deep)“ mit Sänger Carl Justin aus.
Dieses Album ist nach eigener Aussage eine Art Tondokument seiner zehn Jahre in Berlin. Tagsüber entstandene Studio-Skizzen wurden gewissermaßen nachts auseinandergenommen und durch wechselnde Perspektiven neu geformt. Das Resultat schwankt zwischen Jazz-Harmonien, experimentellen Klangtexturen, der Schwerkraft von Techno-Basslines und analogen Drums. Hinzu kommen eingefangene Klänge von Klavier, Schlagzeug, Percussion, Cello und anderen Streichinstrumenten, die ständig in einen neuen Kontext gestellt werden. Raumgeräusche, menschlicher Atem und zufällige Geräusche werden in den Puls eingewoben und verwandeln Unvollkommenheiten und Zufälligkeiten in Rhythmus. Selbst das Zuschlagen eines Klavierdeckels in „Dark Matter“ wird als Teil des Beats in Anspruch genommen und unterstreicht ein Album, das Freiheit, Spontaneität und die schöne Unverbindlichkeit zelebriert, die Berlin bei Nacht auszeichnet.
Christian Prommer ist Schlagzeuger, Produzent, DJ und Bandleader in Personalunion. Seit mehr als drei Jahrzehnten löst er die Grenzen zwischen akustischem Jazz, Deep Electronics und Clubkultur auf. Der gebürtige Münchner behandelt Tanzmusik wie ein lebendiges Songbuch und interpretiert sie neu – mit dem Swing-Gespür eines Jazzmusikers und einem Näschen für Details, wie man es oft bei Sounddesignern vorfindet. Am bekanntesten ist Prommer für seine Arbeit mit dem Trüby Trio, Fauna Flash, Drumlesson, Voom:Voom (zusammen mit Peter Kruder), Prommer & Barck (zusammen mit Alex Barck) sowie als Produzent von DJ Hells „Teufelswerk“.


