
Wir schreiben das Jahr 1970. Ein gewisser Walter Schmollinger eröffnet das Pimpernel und verwandelt die Lokalität nach und nach in eine ziemlich verruchte Bar, die schnell Kultstatus, v.a. in der Schwulenszene, erlangt. Der große Vorteil des Nachtclubs: Das Pimpernel durfte schon damals Tag für Tag oder besser gesagt Nacht für Nacht bis 6 Uhr früh die Türen offen halten. Erstaunlich, wenn man sich die strenge Sperrstunden-Regelung in dieser Zeit zurück ins Gedächtnis ruft. Diese Freizügigkeit lockte eine bunte, mitunter auch etwa zwielichtige Mischung an Nachtvögeln an. Aber auch einige Prominente wurden zu Stammgästen, wie Giorgio Moroder, Freddie Mercury, Barbara Valentin, Rainer Werner Fassbinder und Walter Sedlmayr, der der Legende nach hier auch seine späteren Mörder traf.
In den 90er-Jahren stieg Sven Künast, auch bekannt als Mitbegründer des Clubs Rote Sonne, ins Pimpernel ein und übernahm es 2007 vollständig. Er modernisierte das Lokal und öffnete es für ein gemischtes Publikum. In seiner Ära wurden die Schallschutzmaßnahmen verbessert und die dunkle Holzverkleidung entfernt. Durch ein großes Schaufenster konnte man fortan ins Innere des Clubs, auf die DJs in Aktion und auf die sündig roten Wandbilder sehen. Inzwischen ist das Schaufenster wieder abgedunkelt und die Plattenprofis können unbeobachtet von außen ihrer Arbeit nachgehen.
Zwei Nächte lang feiern!
Apropos, diesen Freitag (4. April) zum 55. Geburtstag sind die Resident-DJs Alice DiMar, Luvin’ Lou, Michael Nowak, Robotiq und Thomas Herb für den Sound zuständig. Tags darauf, am Samstag wird es einen zusätzlichen Floor, also ein weiteres Erlebnis geben. Außerdem einen Überraschungsgast, der offiziell noch nicht bekannt gegeben wurde. Aber bei uns ist schon durchgesickert, dass DJ Hell das Ruder an den Decks übernehmen wird. Dann wird das Motto „Dance like an angel, party like a devil – the night is yours“ sicherlich in die Tat umgesetzt. Ehemalige Mitarbeiter, Stammgäste und langjährige Wegbegleiter können auf jeden Fall gemeinsam auf gute alte Zeiten anstoßen!